Dachverband der rudernden Verbindungen
Der Akademische Ruderbund (ARB) von 1904 ist der Dachverband der meisten Ruderverbindungen in Deutschland.
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Gründung
Der Akademische Ruderbund wurde am 15. Oktober 1904 gegründet, als in Hannover Vertreter des Akademischen Ruder-Clubs „Rhenus“ Bonn, des Akademischen RC zu Berlin, des Akademischen Ruder- und Ballsportverein Hannover, des Akademischen RV Karlsruhe und der Akademischen Ruderverbindung Münster (Westfalen) zu einer konstitutierenden Versammlung zusammentraten, um einen Zusammenschluss der meisten damals bestehenden Ruderkorporationen zu beschließen.
Geschichte (1904–1933)
Nach der Gründung des ARB im Jahre 1904 als Dachverband der Ruderverbindungen Deutschlands, wurde in den Mitgliedskorporationen intensiv gerudert. Diverse regionale und überregionale Regatten konnten von den Mitgliedsbünden gewonnen werden. Und einige Bundesbrüder nahmen an internationalen Wettkämpfen erfolgreich teil.
Im Jahre 1914 fand in Bamberg ein feierliches Treffen aller ARB-Bünde statt, bei dem auch eine festliche Regatta veranstaltet wurde. Zwischen den Jahren 1924 und 1932, sah sich der ARB in seiner Blütezeit. So konnten die Ruderverbindungen aus Hamburg, Danzig, Königsberg, Frankfurt am Main und Köln als neue Mitgliedsbünde gewonnen werden. Auch im gesellschaftlichen Leben spielten die ARB-Bünde in ihren Universitätsstädten eine nicht unerhebliche Rolle. So war beispielsweise die älteste Ruderverbindung, der ARC „Rhenus“ Bonn, viele male die präsidierende Korporation der Universität Bonn. Dann fand 1927 das erste feierliche Treffen der Ruderkorporationen auf der Hohensyburg in Dortmund statt, welches von da an jährlich wiederholt werden sollte.
Nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 zerfiel der ARB nach und nach. 1934 hat sich der ARB stillschweigend suspendiert, anstatt in den NS-Studentenbund eingegliedert zu werden.
Geschichte (1951–1971)
Etwa 1945 wurde die Idee des ARB erneut aufgegriffen, vor allem durch den seit 1906 bestehenden ARB-Stammtisch Rheinland-Westfalen in Essen.
Aufgrund einer Sitzung am 24. Februar 1951 in Essen wurde dann der ARC "Rhenus" veranlasst, noch im Jahre 1951 eine Gründungsversammlung einzuberufen. Im Jahre 1951 konnte der ARB in Hannover neu gegründet werden. Der ARB fand allerdings nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr zu alter Größe zurück, was vor allem daran liegt, dass die meisten der ehemaligen Ruderverbindungen sich nicht als Verbindung rekonstituierten sondern zu bürgerlichen Rudervereinen wurden. Die letzte offizielle Vertretung des Bundes konstituierte sich 1971.
Geschichte (seit 1971)
Der ARB existiert nicht mehr als aktiver Verband. Ämter des ARB werden nicht mehr ausgeübt. Aufgelöst hat sich der ARB allerdings nie, daher gibt es diesen auf dem Papier noch, er lebt aber dennoch aufgrund der Bekanntschaften und der gemeinsamen Geschichte auch ausserhalb von Papier weiter. Vor allem persönliche Freundschaften prägen den Austausch der Mitgliedsbünde untereinander. In den Jahren seit 1971 gab es auch immer wieder Bemühungen den ARB über persönliche Freundschaften hinaus wiederzubeleben. Mit manchmal längeren, manchmal kürzeren Unterbrechungen lebt noch heute die Tradition von gemeinsamen ARB-Wanderfahrten in den einzelnen Sommersemestern auf.
Gegenwart
Der ARB ist also momentan de facto inaktiv, während er de jure besteht.
Es gibt heutzutage (2007) nicht mehr viele aktive Ruderverbindungen des ARB, da die meisten zu bürgerlichen Vereinen geworden sind, oder keine Aktivitas mehr haben. Die Mitgliedsbünde welche noch als Verbindung auftreten und eine Aktivitas haben sind: der ARC "Rhenus" zu Bonn, die ARV "Westfalen" Münster, der ARV Kiel, sowie der ARV "Alania" zu Hamburg.
Mitgliedsbünde ohne Aktivitas oder in einer Phase der Orientierung, ob sie nun bürgerlich, oder korporiert auftreten möchten, sind zur Zeit (2007) der ARC zu Berlin, die ARV Rheno-Franconia Frankfurt sowie die Rudergemeinschaft Angaria Hannover.
Je nach Lesart gibt es also derzeit 4 bis 7 Mitgliedsbünde.
Der einzige Mitgliedsbund, der von den damaligen Verbindungen Farben trägt und das Schlagen nicht untersagt, ist die Akademische Ruderverbindung Westfalen zu Münster. Frauen als vollwertige Mitglieder werden von allen Bünden mit Ausnahme der ARV "Westfalen" Münster, sowie des ARV "Alania" zu Hamburg aufgenommen.
Autoren: André Latz, ARC! "Rhenus" Bonn et al.