Geschichte:
# Gründung
Die Eröffnung der Ruhruniversität Bochum am 30.6.1965 und damit die Inbetriebnahme der ersten Universität im Ruhrgebiet ließ bei den hier ansässigen Mitgliedern des VVDSt, insbesondere bei denen der Ortsvereinigung Bochum, den schon lange gehegten Wunsch realisierbar werden, in diesem Gebiet einen aktiven Bund zu errichten.
Der aktive Bochumer Bund, der am 24.Juni 1966 in der Bürgergesellschaft seinen Gründungskommers feiern konnte, hatte anfänglich mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die ergaben sich aus der nur behelfsmäßigen Unterbringung in einem Gasthof in Bochum-Laer sowie aus der Streulage des Einzugsgebietes. Bald setzt sich die Erkenntnis durch, daß der junge Bund nur weiterbestehen und wachsen könne, wenn er über ein eigenes Heim verfügen könnte.
Da der VDSt Breslau durch die Ereignisse des Krieges seine Heimat verloren hatte, schloß er sich zunächst dem Göttinger Bund an. Der VDSt Breslau hörte von den Problemen des jungen Bochumer Bundes und schloß sich darauf diesem an, der seitdem die Bezeichnung VDSt Breslau-Bochum trägt.
Auf die Initiative der Bundesbrüder Otto, Beuscher, Großmann, Christmann und Buettner hin wurde am 24. Oktober 1970 als Heimverein das "Hermann-Ehlers-Studentenwohnheim Bochum e.V." gegründet. Bald darauf konnte im Hause Bongardstraße 2 ein 100 m2 großes, zwar bescheidenes, aber günstig gelegenes Heim bezogen werden. Jüngere Bundesbrüder und Damen unserer Ortsvereinigung haben sich mit viel Begeisterung an die Renovierung und Ausgestaltung der übereinander gelegenen beiden Etagen begeben.
# Führungsaufgaben
Mit neuen Fuxen im WS 75/76 gab der aktive Bund ein gefestigtes Bild nach außen wie nach innen ab, und machte dies auch dadurch deutlich, daß wieder gesteigerter Wert auf korporative Veranstaltungen gelegt wurde. Das Bundesleben entwickelte sich prächtig, was sich nicht nur in der außergewöhnlichen Programmdichte (8-12 Veranstaltungen pro Monat) wiederspiegelte; auch neben den offiziellen Anlässen gab es viele regelmäßige Begegnungen (Sport) oder spontane Initiativen.
In dieser Situation war es fast zwangsläufig, daß die Übernahme des Vororts angestrebt und dann auch auf der Verbandstagung im schönen Duderstadt im Juni 1976 so beschlossen wurde. Die Bundesbrüder Ulrich Lohmann, Fritz Bartz, Eugen Makowski und Horst Heckhoff übernahmen die ehrenvolle, aber auch zeitintensive Aufgabe und führten sie vorbildlich aus.
Im Sommersemester 1977 waren zwei bedeutende Veranstaltungen vorzubereiten und zu gestalten - das Stiftungsfest und als Vorort die Verbandstagung in Duderstadt. Die Organisation und Durchführung der VT ließ keine Wünsche offen - alle Bundesbrüder zeigten vollen Einsatz, so daß man auch wegen der übrigen Begleitumstände (hohe Teilnehmerzahl und herrliches Wetter) von einem vollen Erfolg sprechen konnte.
Ein weiteres wichtiges Ereignis war im Sommersemester 1981 das 100. Breslauer Stiftungsfest, welches trotz unbefriedigenden Keilerfolg in den vorangegangenen Semestern und einem Bundesleben auf Sparflamme, ein herausragendes Ereignis wurde. Ein besonderer Dank gebührt unserem Bundesbruder Dr. Burkert für sein Engagement bei der Herausgabe einer umfangreichen Festschrift zu diesem Anlaß. Diese Festschrift enthält einen umfassenden geschichtlichen Rückblick auf 100 Jahre VDSt in Breslau und Bochum. Sie ist mit besonderer Sorgfalt - mit einem besonderen Blick auch für Details - unter Mitwirkung vieler Bundesbrüder in vielen Stunden von Bundesbruder Burkert zusammengestellt worden.
Erfreulicherweise ging es ab dem WS 83/84 wieder langsam aufwärts, und es lockten interessante Semesterthemen (Energie und Umwelt, Stellung des VDSt zur Ausländerpolitik) zum Besuch der Veranstaltungen. In diesen Semestern wurde mit einer kleinen, aber besonders engagierten Aktivitas durchgehend ein beachtenswertes Programm auf die Beine gestellt.
# Die neunziger Jahre
Im Jahre 1990 sind neben der Wiedereinigung zwei wichtige Ereignisse im Bochumer Bundesleben zu verzeichnen. Im Mai dieses Jahres wurde das 25. Bochumer und das 109. Breslauer Stiftungsfest begangen. Unter großer Anteilnahme der Aktivtas und der Altherrenschaft wurde dieses Jubiläum ein großer Erfolg. Unter der Leitung der Bundesbrüder Thorsten Tielkes und Oliver Kruse gelingt es, wie schon im Jahre 1981 eine 50 Seiten starke Festschrift aufzulegen, die in Berichten und Beiträgen den Fortgang des Bochumer Bundes seit 1981 dokumentiert, sowie einen Überblick über alle im VDSt Breslau-Breslau aktiv gewordenen Bundesbrüder gibt.
Das zweite herausragende Ereignis kam auf Initiative des Hallenser Gründungsburschen Peter Lehmann zustande, der im darauf folgenden Jahr zum Bochumer Bund wechseln sollte. Dies war der Besuch der gesamten Aktivitas beim Gründungskommers des VDSt Halle. Der Besuch der neuen Bundesländer war so kurz nach der Wende für alle Bundesbrüder ein besonderes Erlebnis.
Die folgenden Jahre waren von einem aktiven Bundesleben geprägt, wobei immer wieder der Gedanke an ein eigenes Haus im Vordergrund stand. Die Möglichkeiten zur Vermietung von Wohnraum an Bundesbrüder ließen auf der Etage in der Bongardstraße zu wünschen übrig. Mit der Aufgabe der Etage im Jahre 93 wurde der erste Grundstein für ein neues Bundeshaus gelegt. Leider gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Objekt schwierig und erst Ende 1996 konnte das neue Bundeshaus am Nordring erworben werden. Das Bundesleben war deshalb in den Jahren 94 und 95 ein wenig ruhiger, obwohl von den Bundesbrüdern beachtenswerte Semesterprogramme auf die Beine gestellt wurden und die Veranstaltungen in der Gaststätte "Zum Lindenhof" an der Kemnader Straße gut besucht waren.