04.09.2010  
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"Eine Betriebsanalyse ist eine kostspielige Methode, durch betriebsfremde Fachleute das ermitteln zu lassen, was man im Betrieb seit 20 Jahren weiß."
(Michael Schiff, dt. Schriftsteller, 1925-)

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Wappen (Ghibellinia,Stuttgart)
Zirkel (Ghibellinia,Stuttgart)

B! Ghibellinia

in der Deutsche Burschenschaft
Gründungsdatum:01.05.1862
Hochschulort:Stuttgart
Status:aktiv
Wahlspruch:unita virtus valet
Waffenst. Prinzip:schlagend
Couleur:farbtragend
Farben:hellblau-gold-rot, Percussion: gold
 
 
Mütze:halbsteife Tellermütze
 
halbsteife Tellermütze
Pekeschen:schwarz
Anschrift:
Birkenwaldstraße 40
70191 Stuttgart
Deutschland
Kontakt:
Telefon: +49 (711) 25357610
Telefax: +49 (711) 25357679
Internet: http://www.ghibellinia-stuttgart.de/
E-Mail: sprecher [ÄT] ghibellinia-stuttgart.de

Geschichte:

Die Burschenschaft Ghibellinia Stuttgart wurde am 01. Mai 1862 auf dem Hohenstaufen als Gesellschaft Ghibellinia von den Gründungsburschen Gustav Rampacher, Georg Wundt und Richard Nübling gegründet. Man wählte den Namen Ghibellinia, der mit dem Namen der alten Kaiserpfalz Waiblingen im Remstal zusammenhängt. Der Wahlspruch lautet: UNITA VIRTUS VALET, was mit "Vereinte Tugend macht stark" übersetzt werden kann. Die Farben sind blau-gold-rot.

Im Wintersemester 1862/63 hatte die Ghibellinia bereits 15 Mitglieder.

1865 erfolgte die Umbenennung in Verbindung Ghibellinia nach burschenschaftlichen Prinzipien, der nach weiteren Umbenennungen die Erklärung zur Burschenschaft Ghibellinia folgte. Die Ghibellinia wurde ebenfalls 1900 Gründungsmitglied des Rüdersheimer Deputierten-Konvents (RDC). Seit 1919 schließlich, nachdem der in Rüdesheimer Verband deutscher Burschenschaften technischer Hochschulen (RVDB) umbenannte RDC mit der Deutschen Burschenschaft (DB) unter Beibehaltung des Namens Deutsche Burschenschaft fusionierte, ist die Ghibellinia mit Ausnahme des Zeitraums von 1935 bis 1950, als sie zwangsaufgelöst war, Mitglied in der DB.

1909 wurde der Hausbau in der Birkenwaldstraße in Angriff genommen, was schließlich zur Fertigstellung und zur feierlichen Einweihung des Hauses im Juli 1910 führte. Zusätzlich hat die Ghibellinia seit 1930 eine Hütte in Traifelberg auf der Schwäbischen Alb.

Herausragende sportliche Erfolge waren vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Markenzeichen unserer Ghibellinia: Bundesbruder Otto Fahr stellt 1912 beim Internationalen Schwimmkampf in Straßburg im 400 m Schwimmen einen neuen Weltrekord auf und gewinnt bei der V. Olympiade im gleichen Jahr in Stockholm im 100 m Rückenschwimmen eine Silbermedaille. Bundesbruder Willy Lützow erringt bei diesen Olympischen Spielen über 200 m Brustschwimmen ebenfalls eine Silbermedaille.

Der Ghibelline und Fliegerpionier Ernst Heinkel fliegt 1911 mit dem ersten selbstgebauten Flugzeug über den Cannstatter Wasen - und stürzt ab. Im Jahr 1922 gründet er die Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke und entwickelt in den Folgejahren eine Vielzahl von Flugzeugtypen: unter anderem das erste Raketenflugzeug (He 176, erster Flug am 20.06.1939) und das erste Flugzeug mit Turbinen-Luft-Strahltriebwerk (He 178, erster Flug am 27.08.1939). Unser Bundesbruder Hanns Klemm, Flugzeugbauer, entwickelt in dem 1918 gegründeten Daimler-Flugzeugbau als Chefkonstrukteur das Leichtbauflugzeug L20 und gründet 1926 die Firma Leichtflugzeugbau Klemm.

1935 wurde die Burschenschaft Ghibellinia zwangsaufgelöst und bis 1945 als Kameradschaft in den NSDStB eingegliedert. 1947 erfolgte die Wiedergründung als Vereinigung Stuttgarter Studenten Nicaria. Im gleichen Jahr folgt noch die Umbenennung von Nicaria in Ghibellinia. 1950 wird die Deutsche Burschenschaft wiedergegründet, in der wir nach einigen Monaten als Burschenschaft Ghibellinia wieder Mitglied werden. 1956 wurde das Freundschaftsverhältnis mit der Braunschweiger Burschenschaft Alemannia eingegangen.

Für das Geschäftsjahr 1958/59 übernimmt die Stuttgarter Burschenschaft Ghibellinia den Vorsitz in der Deutschen Burschenschaft dessen Abschluß der Burschentag 1959 in Kassel darstellt, an dem die Ghibellinia mit 70 Mann vertreten ist. In den westdeutschen und österreichischen Burschenschaften wächst der Wunsch, die durch die Nachkriegsverhältnisse bedingte Trennung in zwei separate Teilverbände baldmöglichst zu überwinden. Somit war ein wesentlicher Inhalt der Vorsitzarbeit definiert. Nach einer Wienreise im Jahre 1959 und den verbunden mit den Eindrücken, die dort gewonnen wurden, gehören die Ghibellinen zu den Vorkämpfern der Wiedervereinigung von DB und DBÖ. Im Jahre 1961 sind die Ghibellinen an der Gründung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) maßgeblich beteiligt. Sie ist ein Zweckbündnis mit dem Ziel einer Vereinigung der Deutschen Burschenschaften in Westdeutschland und Österreich. Dieses Ziel wird im Jahre 1971 erreicht. In diesen zehn Jahren übernahm die Ghibellinia mehrere Male den Vorsitz in dieser Arbeitsgemeinschaft.

Am 7. September 1968 wird unter maßgeblicher Beteiligung mehrerer Ghibellinen die konservative Studentenzeitung student gegründet. Der student entwickelt sich - im Einflußbereich von Ghibellinen - zur größten, unabhängigen deutschen Studentenzeitschrift. Insgesamt sind bis zum Frühjahr 1987 115 Nummern mit einer durchschnittlichen Auflage von 50.000 Exemplaren erschienen. Hochschulpolitisches Engagement wird in diesen Jahren in unserer Ghibellinia besonders groß geschrieben: 1969 gründet sich die Wahlgemeinschaft "Der Kreis" unter maßgeblicher Mitwirkung von Ghibellinen. Bei den Wahlen im selben Jahr werden sechs Ghibellinen ins Studentenparlament und vier Ghibellinen in den Großen Senat gewählt. Dies entspricht 25% der gesamten studentischen Vertreter. 1973 ziehen sogar sechs Bundesbrüder als studentische Vertreter in den Großen Senat ein.

In den 50er- und frühen 60er-Jahren treten jährlich etwa 10 neue Mitglieder in die Ghibellinia ein. Diese Anzahl nimmt im Laufe der folgenden Jahre stetig ab. Dies gipfelt vorläufig 1974, nachdem die Anzahl der Mitglieder der Aktivitas auf neun Ghibellinen gesunken ist, in einer einjährigen Vertagung gegenüber der Deutschen Burschenschaft. Bis 1981 umfast die Aktivitas wieder 30 Ghibellinen.

Im Jahr 1988 vertagt sich unsere Ghibellinia wegen der schwachen Personaldecke erneut gegenüber der Deutschen Burschenschaft. Zu dieser Zeit tritt die Ghibellinia auch aus der Burschenschaftlichen Gemeinschaft aus, deren Arbeit sie immer wieder als Vorsitzende mitprägte. Der Zustand der Vertagung gegenüber der DB wird erst im Frühsommer 2002 aufgehoben, nachdem die Aktivitas in den vergangenen Jahren wieder auf eine größere Anzahl von Bundesbrüdern angewachsen war.
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