09.02.2010  
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"Der Glaube an einen übernatürlichen Ursprung des Bösen ist nicht notwendig; die Menschen sind von sich aus zu jeder Gemeinheit durchaus fähig."
(Joseph Conrad, englischer Schriftsteller, 1857 - 1924.)

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Wappen (Markomannia Tetschen,Bremen)

B! Markomannia Tetschen

Gründungsdatum:07.11.1913
Hochschulort:Bremen
Status:aktiv
Wahlspruch:Ehre, Freiheit, Vaterland
Waffenst. Prinzip:frei schlagend
Couleur:farbtragend
Farben:grün-weiß-schwarz, Percussion: silber
 
 
Mütze:kleine Tellermütze
 
kleine Tellermütze
Pekeschen:weiß
Anschrift:
z.Hd. Herrn Dietmar Lehmann, Pasteurstraße 3
76829 Landau
Deutschland
Kontakt:
Telefon: +49 (6341) 86337
Internet:
E-Mail: hahn.gerrit [ÄT] t-online.de

Geschichte:

Die Markomannia wurde 1913 an der Gewerbeschule in Pilsen ins Leben gerufen, eine mutige Tat, wenn man die damaligen Zeitumstände bedenkt! Wir erinnern uns: Böhmen gehörte noch zur k. u. k. -Donaumonarchie Österreich-Ungarn, und bekanntlich kriselte es damals in Europa, besonders aber in Südosteuropa sehr, und es war 1913 vorauszusehen, dass ein bewaffneter Konflikt heraufziehen würde: Die Emotionen der slawischen Völker innerhalb der Donaumonarchie waren aufs höchste gegen die deutschsprachige Bevormundung (wie sie es empfanden) angespannt, die Balkanstaaten lagen einander in den Haaren, speziell Serbien war der Quell eines überschäumenden Nationalismus, Russland stand Gewehr bei Fuß und das Kaiserreich Deutschland hatte sich mit England und Frankreich völlig überworfen. In dieser allgemeinen Krise der europäischen Staatenwelt gründeten beherzte Schüler bzw. Studenten eine neue Korporation, die Markomannia!

Mit dem Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 kam unvermeidlich der europäische Krieg, der dann ein Weltkrieg werden sollte. Auch die junge Markomannia hat hierzu ihr Blutopfer gezollt. Die Folgen des Krieges sind bekannt: Deutschland wurde 1918/1919 hart getroffen, doch blieb trotz der etwa 13%igen Gebietsverluste wenigstens der Kern des Reiches unangetastet. Ganz anders wandte sich die Logik historischer Prozesse gegen Österreich-Ungarn: Die Donaumonarchie war zusammengebrochen und aus der "Konkursmasse" entstand außer dem auf den rein deutschsprachigen Anteil geschrumpften "Deutsch-Österreich" mehrere neue, teilweise recht künstlich zusammengesetzte ost- und südosteuropäische Staatsschöpfungen, darunter die "Tschechoslowakei". In diesem neuen Staatswesen wurde die bautechnische Abteilung der Pilsener Staatsgewerbeschule nach Tetschen verlegt, und so musste auch die Markomannia in den 20er Jahren nach Tetschen umsiedeln.

In Tetschen erlebte die Markomannia dann trotz der Verbotssituation im tschechischen Staat bis an den Anfang der Dreißiger Jahre eine Zeit relativer Blüte. Dann wurde das Korporationsleben aus mancherlei Gründen schwieriger, und mit dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich 1938 kam wie für alle sudetendeutschen Korporationen auch für die Markomannia das Ende.

Der 2. Weltkrieg traf auch die Reihen der Markomannia schwer, und die letzten Reste korporativen Zusammengehörigkeitsgefühls gingen durch die Katastrophen von Kriegsende und Vertreibung aus der Heimat verloren. Wer diese entsetzliche Notzeit heil überstanden und eine neue Heimat im Kern Deutschlands gefunden hatte, konnte an Korporation zunächst nicht denken - die Sicherung der Existenz hatte absoluten Vorrang!

Die akademischen Korporationen in der Bundesrepublik Deutschland begannen sich etwa um 1950 zu festigen und seit den frühen 50er Jahren wieder aktiven Betrieb aufzunehmen. Die Korporationen, die in Gebieten des Deutschen Reiches bestanden hatten, die nun von West-Deutschland durch den "Eisernen Vorhang" abgetrennt waren, hatten ihren Wirkungskreis verloren und konnten nur über ihre Altherrenverbände, soweit sie rekonstruierbar waren, Kontakte zu bestehenden Bünden knüpfen im Sinne der Aufnahme ihrer Tradition. Diesen Weg beschritten auch einige Hochschulkorporationen aus Prag und Brünn (einigen gelang sogar eine Reaktivierung an "westdeutschen" Universitäten!), doch die Masse der sudetendeutschen Pennalien und Ingenieurkorporationen fand keine Möglichkeiten eines Neubeginns.

In dieser schwierigen Situation war die Gründung eines "Sudetendeutschen Verbandes Studentischer Corporationen" 1957 von aller größter Bedeutung für einen Neuanfang auf diesem Gebiet des Farbenlebens. Der Gründer, der 1989 verstorbene Dipl. Ing. Herbert Weis, über Jahrzehnte hin dann die treibende Kraft des Verbandes hatte Großes im Sinn, aber er konnte nicht eine der damals bereits aktiven akademischen Korporationen gewinnen und auch andere sudetendeutsche Bünde blieben dieser Verbandsgründung leider fern. Es sei hier beiläufig hervorgehoben, dass sich der SVSC seit seinem 30. Hauptkonvent 1987 zu einem Korporationsverband umstrukturierte. Es geht hier indessen nicht um den SVSC, sondern um Markomannia - aber möglicherweise hätten unsere Wiedergründungsinitiatoren, unsere lieben Alten Herren Josef Schmied und Karl Fritsch bei einem zugkräftigen SVSC viel eher eine Wiederbelebung ihrer Farben ins Auge gefasst. Dennoch kam diese dann durch den Kontakt mit dem SVSC zustand: Am 17. März 1984 erhielten die AHAH Schmied und Fritsch beim 1. Stiftungsfest des "AHC Externsteine im SVSC" in Bad Meinberg das rot-schwarz-rote Verbandsband des SVSC. Unter aktiver Beteiligung des Seniors des damaligen AHC Externsteine, Bbr. Wolfgang KOCH v. NIMROD, gelang es, am 14. September 1984 in Anlehnung an eine österreichische Korporationsform Markomannia als "Ferialverbindung Markomannia Tetschen zu Bad Meinberg" zu reaktivieren.

Im Sommersemester 2000 wurde die Markomannia als "Burschenschaft Markomannia Tetschen zu Bremen" an der Bremer Hochschule reaktiviert und bald folgte auch die Aufnahme der ersten Aktiven.

Derzeitiges Alt Herren Chargerat:
AH - X: Ralf Schiemann v. Satchmo
AH - XX: Gerrit Hahn v. Cousteau
AH - XXX: Ralf Schiemann v. Satchmo
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